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Reiseberichte

 

Reisebericht Standal (Møre og Romsdal) - Norwegen

Inhalt

Teil I
Teil II
Links zum Bericht
Bilderalbum zum Urlaub

Teil I

Hi Leute!

Der Garten ist in Ordnung gebracht, die Familienfeier abgehandelt, jetzt sollt ihr zu eurem Recht kommen.
Am Freitag, den 19.07.02 ging es endlich in den langersehnten Jahresurlaub. Unser Reiseziehl hiess Standal am Hjörundfjord, ca. 20 km östlich von Alesund. Unser Rutenplan sah wie folgt aus. Von Ludwigsfelde nach Hirtshals, von dort mit der Fähre nach Kristiansand, ab dort ging es weiter über Oslo nach Standal. Nur eins dazu, ich werde diese Tour nie wieder so fahren.
An unserem Ziel angekommen empfing uns auch gleich unser Vermieter. Nachdem wir unser Zehnpersonenferienhaus besichtigt hatten, welches ziehmlich abgewohnt und stark verschmutzt war, kam es noch zu einem kleinen Smalltalk mit unserem Vermieter, der uns erklärte, dass er dieses Haus erst seit zwei Monaten besaß. Klicken für die Großansicht Nun zum Wichtigsten, er gab uns noch einige Tipps, wo und welche Fische zur Zeit am besten beissen, bot uns an mit ihm Netze zu stellen und Langleinen zu legen, welches wir aber nicht in Anspruch genommen haben. Danach gab es noch einige Sicherheitshinweise, wobei er uns erzählte, dass eine Woche vorher, ein "localguy" im Alter von 65 Jahren ertrunken ist. Nun ging es ans Auspaken. Und diesmal sollte alles ganz anders werden . In Ruhe ausräumen, Ruten montieren, Boote vorbereiten und ein , zwei Bierchen trinken. Und ich muss euch sagen, wir hatten uns alle im Griff und genossen den ersten Urlaubsabend gemeinsam am Strand und freuten uns alle auf den nächsten Tag.
Dieser begann um 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Dann ging es los zur ersten grossen Jagt. Ich muss zu meiner Schande gestehen,dass ich mit meiner Familie gleich zu einer 15 km entfehrnten Lachsfahrm gefahren bin( welches sich im nachhinein als Dummheit herausstellte), um dort meinen "Angelriemen" runter zu reissen. Dieses war natürlich kein Problem. Am Abend legten meine Familie und ich 6 Dorsche zwischen 5 und 10 kg, etliche Seelachse und Makrelen auf den Filetiertisch. Die Anderen hatten so gut wie Nichts, aber trotzdem war ich auf unseren Fang nicht so richtig Stolz und ich musste mir auch einige Kritik gefallen lassen. Na ja manchmal ist man eben so verrückt, dass das Gehirn aussetzt.
Ich hatte ja noch genügend Zeit, um meinen guten Namen als Angler wiederherzustellen. Neuer Tag neues Glück. Da ich schon das vierte Mal auf diesem Fjord zum Angeln gewesen bin, wusste ich so ziehmlich genau, wo ich zu suchen hatte.
Klicken für die GroßansichtDer Fjord gestaltet sich von der Form her wie eine Badewanne. Ungefähr 100 Meter vom Ufer ist es hier bereits schon 150 Meter tief , 100 Meter weiter sind es dann schon 200 Meter Tiefe. Ab dann geht es auf 400 Meter Tiefe und so geht es dann bis zum anderen Ufer, welches ca. 5 km entfernt ist. Nachdem wir uns eine solche Kante gesucht hatten, fingen wir an sie mit 200 g Pilkern und Dorschfliegen abzuklopfen. Der Erfolg stellte sich schnell ein und die ersten Seelachse bissen. Diese waren alle so um die 5 kg schwer und lieferten schon einen recht ordentlichen Drill, so dass die Arme schon weh taten, wenn man sie aus 100 Meter Tiefe endlich an der Oberfläche hatte. So ging es die ganze erste Woche, wobei meine Frau und meine beiden Töchter (beide 12) den Seelachsen nachstellten und ich mit einer Naturködermontage Lumb, Leng, Steinbeisser und Heilbutt nachstellte. Und ich muss euch sagen, ich war bei allen Fischarten erfolgreich. Nun nach einer Woche Angeln machte sich langsam bei einigen Mitreisenden die Langeweile breit und es standen kulturelle Tage auf dem Plan. Als erstes Ziel nahmen wir uns Alesund vor.Klicken für die Großansicht Ich muss euch sagen, das Aquarium dort ist eine Reise wert. Die Stadt selbst, habe ich als eine, mit moderner Architektur vollgestopfte und durch ein hohes Verkehrsaufkommen verpestete Stadt in Erinnerung. Das Klischee einer Fischerstadt passt in keiner Art und Weise. Bei der Gelegenheit schaute ich mir gleich noch einige Fischfanggeschirre von fahrenden Fischfabriken an. Und musste dabei gleich an die Diskussionen hier an Board denken. Klicken für die GroßansichtAber genug der Gleichen, am nächsten Tag ging es ans Wandern. Da fanden wir genau das , was wir erwarten von Norwegen. Von Blaubeeren gesäumte Wege, Tausend Meter herabstürzendes Schmelzwasser, dichte Wälder und eine Aussicht, die man nicht beschreiben kann.

Teil II

So jetzt werde ich mich an meinen zweiten Teil heranwagen.
In der zweiten Woche ging es mit dem Angeln leider nicht so los, wie ich es mir erhofft hatte. Zu viel Wind. Dank Tiffy`s immer passenden Wettervorhersage konnten wir immer schon für die nächsten Tage ein Programm erstellen, welches bei 10 Leuten nicht sehr einfach ist. Also nahmen wir die Einladung an, eine Lachsfarm zu besichtigen. Die Becken dieser Farm standen am Ufer und beherbergten 2 1/2 Mio. Junglachse. Die Führung war sehr interessant, wo wir alles über Futtermenge, Gewichtszunahme und Kampf gegen Krankheiten erfuhren. In mir kam das Gefühl auf, dass dort eine ganze Menge Medikamente benutzt werden, um das Ausbrechen einer Seuche zu verhindern. Wieder bei unserem Haus angelangt, stellten wir fest, und unsere Kinder haben es auch beobachtet, dass ein Frachter , der 100 Meter von unserem Haus mit Splitt beladen wurde, ziehmlich viel Öl verloren hatte. Dieses breitete sich in einem 50 Meter breiten und ca. 5 km langen Streifen an unserer gesamten Küste aus. Somit war das Makrelenangeln vom Ufer aus für uns gestorben, denn wer isst schon gerne Fisch, der durch einen Ölteppich gezogen wurde. Einige von uns bekamen auch prommt Kopfschmerzen, weil der ganze Ort nach Benzolen stank. Am nächsten Tag dann, fuhren wir alle mit unseren Booten in eine andere Bucht, um dort unserm eigentlichen Interesse nachzugehen. Die Freude war nur kurz, weil der Wind wieder so auffrischte, dass wir zum Haus zurück mussten. Es stürmte noch die ganze Nacht durch und am Morgen lag der Fjord vor uns als wenn nichts gewesen wäre. Selbst das Öl hatte sich soweit verteilt, das wir wieder vor unserer Haustür angeln konnten.Klicken für eine Großansicht Und los ging es, eine Kante gesucht von 80 auf 100 Meter, Frau und Töchter ihre Ruten mit 200 Gramm Pilker und roten Dorschfliegen bestückt, in die Hand gegeben , mich selber mit einer Naturködermontage ausgestattet und gemeinsam den grossen Fischen nachgestellt. Wir angelten gerade eine Stunde, da konnten wir beobachten, wie ein norwegisches Polizeiboot Wasserproben von der gesamten Küstenregion entnommen hat. Ich hoffe nur, dass sie das Umweltschw..... erwischen und hart bestrafen. Nun überschlugen sich die Ereignisse. Ich hatte es schon kommen sehen, auf dem Echolot waren eine Unmenge grosse Symbole in einer Wassertiefe von 80 Meter zu sehen.Klicken für die GroßansichtDie Gesamttiefe betug 130 Meter. Ich musste meine Rute wegpacken, da das Angeln für mich beendet war. Ich hatte nur noch zu tun Meine Frau und meine Kinder festzuhalten, dass sie nicht von den grossen Köhlern ins Wasser gezogen werden. Wir holten Seelachse zwischen 7 und 10 kg aus den Fluten. Kaum waren die Fische abgehakt und der Pilker sauste erneut der Tiefe entgegen, stiegen die Fisch mit solch einer vehementen Kraft ein, wie ich es noch nie erlebt hatte. So ging es auch die ganze letzte Woche durch. Und nur der zum Teil sehr starke Wind und die sehr hohen Temperaturen (dadurch sehr kuze Lagerzeit von Fisch), hielten mich davon ab in einen "Fangrausch" zu verfallen. Und natürlich meine Familie, die sich bei mir mit der einen oder anderen Hakenspitze in meinen Fingern, beim Lösen ihrer Fische bedankte.
Am letzten Abend bekamen wir noch einmal Besuch von unserem Vermieter. Der uns erzählte, das man den Ertrunkenen in 200 Metern Tiefe mit Hilfe eines U-Bootes gefunden hat. Einige Tage vorher hatten unsere Kinder berichtet, dass sie ein aufgetauchtes U-Boot gesehen hatten, aber keiner hat sie ernst genommen. Das muss auch für die Einheimischen nicht alltäglich sein, denn bis dahin bestand die Meinung, wer einmal in diesem Fjord ertrunken sei, den findet man nicht wieder. Gibt es eigentlich so etwas wie ein Biomassesonar? Oder wie findet man in 200 Meter Tiefe einen Toten zwischen Steinen?
Nun ging es ans nach Hause fahren. Diese erwies sich wieder einmal als sehr anstrengendes Unterfangen. Klicken für die GroßansichtUnsere Rute wie folgt, Alesund, Oslo mit ganz normalen Wochenendstau und weiter Richtung Kristiansand, wo einige Niederschläge mit zum Teil null Sicht unsere Wegbegleiter waren. 1.00 Uhr Nachts ging unsere Fähre Richtung Hirtshals. Da wäre ich fast zum Ende unseres Urlaubs in Ohnmacht gefallen. Meine Frau spendierte uns eine Suite für 4 Personen. Nun konnte ich wenigstens bis Dänemark 5 Stunden schlafen. Die Zwillinge hatten noch zu tun ihr letztes Taschengeld in den dortigen Shops auszugeben. Es macht Freude zu sehen wie sie immer selbständiger werden und ihre Freude an meinem Hobby mit mir teilen. Nun sitze ich wieder zu Hause, der Alltag hat uns wieder und wir freuen uns schon wieder auf ein nächstes Mal. Gruss Knurri!

Links zu Standal: Haus bei uns gleich um die Ecke
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