Israelsneset/Sandsfjord - mein Urlaub Ende August 2003
© 2003 by Tinsen vom Anglerboard
hi all,
nachdem nun doch schon einige tage ins land gegangen sind, die
erinnerungen langsam verblassen und das verlangen steigt, wieder an den
fjord zu fahren, ja nun will auch ich endlich einen kurzen bericht über
meinen ersten "fjord-urlaub" abgeben.
das 4. mal ging es in diesem jahr nach norwegen. aber das erste mal
nicht an einen bergsee oder fluß, sondern an den fjord. meeresangeln
war angesagt !
das haus wurde sehr kurzfristig über den angelreisenanbieter
"kienitz&noelte" gebucht. null probleme. die haben alles gemacht.
buchung des hauses, fähre, wegbeschreibung, eine 57 seiten starkes
begleitheft über norwegen mit seinen bestimmungen und über das angeln,
die
fischarten, die fjorde und montagen. insgesamt war auch alles wie im katalog beschrieben.
wir hatten das objekt 4059a in israelsneset am sandsfjord ca. 13 km südlich der stadt sand. das liegt etwa auf der hälft zwischen bergen und stavanger.
da wir das erste mal mit unserer tochter in den urlaub gefahren sind
(sie war zu dem zeitpunkt 4 monate alt), haben wir die anreise von
berlin in 3 etappen geteilt. donnerstag 21.08.03 nach flensburg. dort
im hotel übernachtet. freitag nach hirtshals, rüber mit der fähre und
kurz hinter mandal ein häuschen genommen. am samstag dann die 5 stunden
zum ferienhaus. die fährfahrt am 23.08. war zum kotzen. das erste mal
ist mir schlecht geworden und die gerade verdrückte "polse" ist mir 3
mal wieder aus dem gesicht gefallen .....
am samstag das haus begutachtet. super teil. großer raum. alles ganz
neu. waschmaschien, geschirrspüler, fubo-heizung, kamin und leider auch
ein fernseher waren am platz. das boot war in ordnung. etwas größer als
ein "anka" und mit 4 ps ausgestattet. da das haus an einer stelle im
fjord lag, wo dieser sehr schmal und durch inseln schärenartig
zerklüftet war, reichte diese motorisierung völlig aus. wettertechnisch
gab es die ganzen 2 wochen keinen tag, wo man nicht raus gekonnt hätte.
ich war natürlich heiß ! bücherlesen, internetseiten, berichte etc.
haben mich ganz schön juckig gemacht. hakuma und co. haben dadurch auch
ne gute stange geld an mir verdient. pilker bis 400 gr., makks, diverse
vorfächer, eine neue rute und rolle etc. haben deutliche spuren auf dem
girokonto hinterlassen. dank an dieser stelle nochmals an hummer für
das gps und echolot, knurri für die "gti" und kunze für die karten.
mit echolot, gps, seekarten, pilkern aller gewichtsklassen, 30 lbs,
pilk und spinnrute ging ich dann am sonntag voller tatendrang zum boot.
doch trotz seekarte und echolot steht man diesen wassermassen beim ersten mal recht hilflos gegenüber...
ich bin dann einfach mal so losgetuckert und habe es mit pilken an felshängen probiert, wo es von 5 auf 80 meter runtergeht.
im kopf hat man dann immer die berichte "... beim ersten runterlassen
hat es dann sofort gekracht ! fisch xy mit blabla pfund war ein guter
anfang.."
leider wollte sich dieser fisch nicht bei mir zeigen. so war dann die
erste ausbeute nach ca. 3 stunden angeln 4 Makrelen. das war schon
etwas enttäuschend. diese waren aber die ersten im meinem leben und
dafür auch recht lecker 
an dieser stelle kann ich eigentlich abkürzen.
aufgrund der familären situation wollte ich nicht den ganzen tag angeln
und meine frau mit kind alleine im haus "sitzen lassen". ich bin
deshalb (leider) nur so 2-4 stunden am tag zum angeln gekommen. teils
bin ich früh um 6 uhr aufgestanden und haben dann bis zum frühstück
geangelt. abends gings dann nochmal für 2 stunden raus.
im gästebuch des hauses war von guten fängen zu lesen. 5 angler aus
berlin hatten im mai über 600 fisch in einer woche. andere schrieben
von dorsch, köhler, leng und co.
doch im august war das dort alles anders. der vermieter sprach
irgendwas von "variabel". es wollte einfach nichts klappen. an
freiwasserstellen, wo es von über 100 auf 11 meter anstieg (berg), an
kanten von 5 auf 200 meter, in schmalen strömungsrinnen oder in
seichten buchten wollte
einfach nichts beißen. es war zum verzweifeln ! entweder war ich an
stellen, wo ich mit 400 gr pilkern die 100 meter nicht ereicht habe
ohne das ein verdammt großer winkel zwischen schnurr und rute war oder
die drift war viel zu langsam.
schnelles einholen von 10/0 makks mit pilker brachte ebenso keine
erfolge, wie das naturköderangeln mit flattermakrele in 150 meter
tiefe. hier hatte ich 2 mal kapitale hänger, daß ich das ganze schnell
einstellte.
die ersten tage vergingen ohne nenneswerte erfolge. ein paar makrelen,
kleine köhler oder ein kleiner dorsch. mehr als 5 fische wurden es in
meiner angelzeit nie. ich war einfach zu unerfahren mit der ganzen
fjord angelei, redetete ich mir ein. dann wiederum machte ich vieles so
wie immer erklärt und wie auch abends von mir in der "rainer korn
bibel" nachgelesen. und einen pilker zu führen ist ja nun auch nicht
sooo schwer, wenn man an den fischreichtum in norwegen denkt.
meine ersten beiden "pfannen-fische", waren dieser köhler und ein wittling. letzterer war sehr lecker.
getröstet hat mich, daß ich nicht der einzigste war, der mit wenig
gefüllter kiste nach hause ging. die anderen beiden ferienhäuser waren
mit 2 päarchen belegt, die zum teil das soppelte oder dreifacher meiner
zeit auf dem fjord verbrachten. doch auch sie fingen nicht mehr (eher
weniger) als ich und waren zu 2 auf dem boot.
das pilken mißfiel mir langsam. als leidenschaftlicher spinnangler habe
ich dann meine 40 gr spinnrute mit der kleinen mitchel 300xpro und der
15ner fireline startklar gemacht. und am mittwoch ging dann endlich der
erste "große" an den haken. ein 64 cm langer und5,5 pfund schwerer
dorsch hat meinen großen, orangenen twister mit 40gr kopf in 20 metern
tiefe inhaliert. ein gutes gefühl an der feinen angel. da ich schon 3
aussteiger dieser größe hatte war ich diesmal vorsichtiger. die bremse
war sehr fein eingestellt, so daß er immer wieder einige meter schnurr
nehmen konnte. nach ein paar minuten sah ich ihn dann endlich. das gaff
sollte nun das erste mal in aktion treten. es handelte sich hierbei um
so ein "kinder-gaff". ein normaler axtstiel (ca. 40 cm) mit nem dicken
haken. nach mehrfachen versuchen war der dorsch dann endlich an bord.
ach was war das schön...
ich mußte wieder rein und wollte abends nochmal mein glück versuchen.
das tat ich dann an einer steilen felskante, wo es direkt am felsen auf
ca. 60 meter runterging. ich war wieder mit der spinnangel bewaffnet
und warf den twister richtung felsen. dann legte ich die angel bei
offener rolle ab und räumte irgendetwas im boot rum. als ich die angel
dann wieder aufnahm hatte ich den üblichen "hänger", wenn man mal ein
paar sekunden die angel aus der hand legt.
doch dieser "hänger" bewegte sich plötzlich. und das nicht zu knapp.
wildes rucken und kopfschütteln ließen einen dorsch erahnen. doch
dieser mußte schwer sein, als der am mittag. die 40 gr rute war im oval
richtung wasser gebogen. die bremse war fast gar nicht mehr zu spüren.
die angst den fisch zu verlieren, war zu groß. so gelang es mir in den
ersten minuten nicht den fisch richtung boot zu bekommen. was ich
einkurbelte nahm er sich sofort zurück. das ganze ging dann so ca. 10
minuten. ich wurde etwas mutiger und zog die bremse an und der fisch
wurde im gegenzug langsam "müde". dann war es soweit. immerwiederschön,
wenn man den fisch im klaren wasser auf einmal sieht. es war ein
dorsch.
und was für einer ! jetzt wurde ich unruhig. ich hatte zwar mein gaff
dabei, aber der umgang damit war ungeübt. also den kescher aufgeklappt
und den dorsch gekeschert. doch vor lauter aufregung vergaß ich, daß
dieser im gelenk angebrochen war (groooßer hecht) und man gekescherte
fisch nicht horizontal am stiel "raushebt". der fisch schwebte in 50 cm
höhe und dann verabschiedeter sich das netz mit einem lauten
"kraaaaaccccchhhh!". fisch und netz lagen wieder im wasser. ich dachte
sofort an die paarung des jigkopfes mit dem netz. das gaff sauste nur
so hinterher. nach 2 versuchen lag mein erster "kapitaler" vor mir im
eimer ! 83 cm und 9 pfund. ich hatte meine ersten orgasmus auf dem
wasser !
*** ende teil 1
*** teil 2 ***
in den folgenden tagen angelte ich fast nur noch mit der leichten
spinnangel. die nachbarn hatten einmal einen ungewöhnlich vollen eimer
mit makrelen. sie hatter heringspatanoster ausprobiert. alles außer
diese vorfächer hatte ich schon durch. mit solch dünnem kleinzeug
wollte ich nicht in norwegen angeln. aber einen versuch war es wert.
und tatsächlich bissen die makrelen, köhler und endlich auch die
pollacks auf die heringsvorfächer wie wild. keine kapitalen, aber 3
köhler a 3-4 pfund das stück an einer 40 gr rute mit nem 20er mono
heringsvorfach haben einen heiden spaß gemacht. endlich surrte die
rolle...

auf diese art habe ich dann eigentlich meine kurze zeit auf dem wasser
verbracht. mit den heringsvorfächern und 60 gr. pilkern war einfach das
meisete zu holen. ab und zu habe ich noch bis 200 gr geangelt, aber das
war mir alles zu erfolglos und auch zu anstrengend. auch auf
makrelenfilets am drilling ging (fast) nichts.
nach gut einer woche hatte ich dann endlich den ersehten biß auf den
naturköder. ein leng (auch mein erster) von 6 pfund und 73 cm hat in 80
metern mein makrelen filet aufgesaugt. am grund hat er ordentlich alarm
gemacht im mittel und oberwasser aber schnell aufgegeben. meine freude
war trotzdem riesig groß. bis zum letzten tag sollte das aber der
einzigste fisch auf naturköder bleiben.



*** teil 3 ***
zusammenfassend habe ich meinen fisch gefangen, obwohl es keine kapitalen waren.
was ich überhaupt nicht verstanden habe, war das das echolot voll fisch
war, aber nichts (!) gebissen hat. egal welches gewicht, farbe,
geschwindigkeit oder auch naturköder. das echolot habe ich dann nur
noch zur anzeige der tiefe benutzt.
meine metro kiste ist aber trotzdem voll geworden und wir haben fast jeden tag im haus abends fisch gegessen.
zum beispiel "fisch in weinteig":
sehr schön war auch, daß ich meine tochter mal 2 wochen von früh bis
spät für mich hatte. der job läßt das leider sonst nicht zu.
am letzten tag ist noch jemand angereist, der seit 12 jahren nach norwegen fährt. man hatte ich eine angst, daß er abends mit einer randvollen kiste nach hause kommt. das hätte meine anglerischen fähigkeiten nicht gerade unterstrichen. ich schwankte zwischen neugier und ignoranz, ob ich ihn abends nach seinen "erfolgen" fragen sollte. ich bin dann doch zu ihm hin. er war von früh bis spät draußen. ich war 3 stunden auf dem
wasser und haben einen guten dorsch, pollack, einen rotbarsch und ein paar makrelen erbeutet. und gott sei dank: er hatte mit seiner frau zusammen 2 makrelen am ganzen tag. er sagte mir, daß er soetwas noch nicht erlebt hätte ... ich bin mit einem kleinen lächeln daraufhin zurück zum haus und habe meine koffer gepackt.
...und im nächsten jahr wird alles besser.....
ps: so wie ich die berichte hier lese, ging es aber vielen "profis" auch so, daß die fänge unter den erwartungen lagen....das beruhigt etwas.
pps: sorry für die doofe formatierung. ha">">">">be text vorher im notepad geschrieben und bekomm nun die absätze nicht mehr so sauber hin...
*** ende ende ***
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